Monja Luz - Krimiautorin

Versuchung keimt, wo Schatten wachsen
Zum Start der Fastnachts-Kampagne am 11.11. schlagen in Mainz die Wogen des närrischen Treibens besonders hoch und am Ende wird ein Mann von einem Zug erfasst. Der Lokführer hat weitere Personen im Gleis gesehen. Deshalb landet der Fall auf dem Tisch von Britta Vogelsang und ihren Kollegen Jake Imhof und Chris Muth. Die Identität des Toten kann nicht festgestellt werden. Einzig auf den Überwachungsvideos an den Bahnsteigen finden sie Hinweise auf die letzten Stunden vor seinem Tod. Worum ging es bei dem Streit des Opfers mit einer Gruppe Jugendlicher?
Der dritte Mainz-Krimi von Monja Luz

Leseprobe zum Buch
Kapital 1
Nachts sind alle Narren grau
Mittwoch, 11.11.
Elif lehnt sich an die Hauswand. Ihr stoßweiser Atem bildet Wölkchen vor ihrem Mund, die sich nur allmählich in der Dunkelheit der Nacht verlieren. Sie versucht, sich zu beruhigen, schließt die Augen. Aber sofort sieht sie wieder sein Grinsen, die Gier in seinen Augen.
»Alles gut?«
Sie zuckt zusammen. Zum Glück erkennt sie im nächsten Moment die Stimme: Aabid, ein Klassenkamerad. Die Floskel ist völlig akzentfrei über seine Lippen gekommen. Hat fast meenzerisch geklungen.
Sie nickt. »Ja, passt.«
»Wirklich?«
Klar, dass er ihr nicht glaubt. Sie wirkt wie ein verschrecktes Häschen. Sie reißt den Haarreif vom Kopf. Die rosa Plüschhasenohren sind etwas verbogen. Mit fahrigen Händen streicht sie die gelösten Haarsträhnen nach hinten und setzt den Reif zurück auf ihre dunklen Haare. Wie konnte ich so blöd sein und mich als Playboy-Bunny verkleiden? Fastnachtsauftakt hin oder her.
»Soll ich dich bringen?«, fragt er.
Er ist echt nett oder ist es Fassade? Ist er auf schnellen Sex aus?
Sie hebt den Kopf, stellt sich seinem forschenden Blick. Der widerspenstige Pony verdeckt seine Augen zum Teil, verstärkt den ernsten Ausdruck seines Blicks, der den sanften Schwung seiner stets lächelnden Lippen Lügen straft.
»Ja, gerne, bei mir geht heute nichts mehr.« Elif vergräbt die Hände in den Taschen ihres Mantels. An der frischen Luft merkt sie die Wirkung der Weinschorle. Würde sich die Scham doch nur in der Watte in ihrem Kopf verlieren und unbemerkt auflösen. Stattdessen sitzt sie ihr im Nacken und schickt Hitzewellen durch ihren Körper. Als wollte die Scham sie zwingen, ihren Mantel abzuwerfen und zu zeigen, warum Finn die Beherrschung verloren hat.
Schweigend geht sie neben Aabid die Weißliliengasse entlang Richtung Große Langgasse. Hat er sie beim Rauslaufen gesehen? Oder schon vorher? In den Armen von Finn?
Kurz bevor sie zur Ludwigstraße kommen, ruft jemand hinter ihnen: »Ey, wartet mal!« Es ist Isa, ihre jüngere Schwester. Hand in Hand kommt sie mit Jonas aus der Gasse vom Ballplatz heraus spaziert. Ihre identischen Cowboy-Hüte weisen sie als Paar aus.
Fehlt nur noch Bachar.
Kaum gedacht, schält sich dessen hochgewachsene Silhouette aus der Dunkelheit der Häuserflucht.
Hier geht es zum 1. und 2. Teil meiner Mainz-Krimi-Reihe.


In einem Haus in Mainz-Hartenberg treffen die Ermittler auf einen verwirrten jungen Mann und seine tote Freundin. Die Kellertür wurde gewaltsam geöffnet. Kommissar Chris Muth und sein Partner Fred Feldig stehen vor der Frage: War es ein tragischer Unfall oder Mord?
Ein Journalist wird tot in seiner Mainzer Altstadtwohnung gefunden. Er liegt nackt in seinem Bett. Die Latexmaske verdeckt nur notdürftig die leeren Augenhöhlen. War es der Racheakt einer seiner Affären?